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14. September 2017

Umsetzung der „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ in Bremen

Foto: By Elkawe (Elkawe) [CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons]

Viele Heimkinder wurden in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg bis circa 1975 Opfer von schlechter Versorgung, autoritärer und gewalttätiger Erziehungsmethoden, fehlender Unter­stützung und Förderung sowie Kinderarbeit bis hin zu sexueller Gewalt.

Neue Forschun­gen haben zudem aufgedeckt, dass in einer Reihe von Heimen medizinische Experimente mit Kindern und Jugendlichen durchgeführt wurden, die gefährlich, schädlich und medizinisch völlig unvertretbar waren.

Unter anderem wurden in Heimen für behinderte Kinder und Jugendliche Experimente mit neuen und unge­teste­ten, massiv überdosierten Psychopharmaka durchgeführt.

In Anerkennung der strukturellen Gewalt und der damit verbundenen gesundheit­lichen und psychischen Schäden, die im Rahmen staatlicher Inobhutnahme an den betroffenen Kindern und Jugendlichen verursacht wurden, wurden von Bund, Ländern und Kirchen zwei Fonds ins Leben gerufen, die Betroffenen zumindest eine gewisse Entschädigung zahlen sollen. Der erste Fonds umfasste keine Betroffenen, die in Heimen für Behinderte bzw. in der Psychiatrie untergebracht waren.

Nach bundesweiten Protesten einigten sich Bund, Länder und Kirchen darauf, einen weiteren Fonds aufzulegen, aus dem geschädigte Heimkinder aus Heimen für Behinderte bzw. der Psychiatrie entschädigt werden können. Diese bundesweite „Stiftung Anerkennung und Hilfe“ ist seit Anfang 2017 in Umsetzung. Anträge können bis 2019 gestellt werden.

In Bremen hat das „Amt für Versorgung und Integration“ eine Stelle eingerichtet, bei der Anträge gestellt werden können und Betroffene eine entsprechende Beratung erfahren. Die Linksfraktion hat eine Große Anfrage eingereicht. Die darin formulierten Fragen zielen darauf ab, in Erfahrung zu bringen, ob die  bremische Vertretung der Stiftung die Arbeit erfolgreich aufgenommen hat und ob es Möglichkeiten zur Verbesserung gibt.

Klicken Sie bitte hier, wenn Sie den kompletten Fragenkatalog einsehen möchten.