13. Oktober 2017

Bremer Bildungsmisere verschärft sich noch weiter – LINKE fordert vom Senat, den Status Quo an den Schulen endlich zu überwinden

Heute (Freitag, 13. Oktober 2017) wurde von der Kulturministerkonferenz die neue Studie zum Bildungsvergleich der Bundesländer vorgestellt (IQB-Bildungstrend 2016). Gegenstand der Studie sind die Leistungen von Grundschulkindern in der vierten Klasse. Bremen nimmt dabei nicht nur den inzwischen gewohnten letzten Platz ein, sondern hat sich bei den Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Vergleich zum Jahr 2011 sogar noch verschlechtert.

Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, kommentiert das Abschneiden Bremens bei der IQB-Studie: „Das weitere Absacken der Leistungen Bremer Grundschulkinder ist dramatisch. Es rächt sich, dass der Senat auf die zahlreichen Hilferufe aus den Grundschulen in den letzten Jahren nicht oder nur viel zu spät reagiert hat. Auch die Maßnahmen im Haushalt für die kommenden zwei Jahre reichen bei weitem nicht aus, um allen Kindern in Bremen wieder die Chance zu einer guten Schulbildung zu geben. In einigen Stadtteilen Bremens ist der Zusammenhang von Armut, Förderbedarfen, Zuwanderung und schlechteren Bildungsabschlüssen seit langem offensichtlich, hier muss deutlich mehr getan werden, um den Anschluss an andere Bundesländer zu schaffen. Ein Blick nach Hamburg könnte helfen: dort haben die Stadtteilschulen in sozialen Brennpunkten eine deutlich bessere Ausstattung als andere Schulen und auch eine deutlich bessere Ausstattung als in Bremen.“

Dementsprechend sieht Vogt dringenden Handlungsbedarf über die Pläne des Senats hinaus: „Es ist richtig, dass die Bildungssenatorin ein Institut zur Qualitätsentwicklung gründen möchte. Allerdings will sie dafür kein zusätzliches Personal bereitstellen – damit ist dieses Institut von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Unsere erste Forderung an den Bildungshaushalt ist daher, beim zuständigen Landesinstitut für Schule die Stellenzahl deutlich zu erhöhen. Zweitens muss der Personalschlüssel für die Inklusion nochmals verbessert werden. Der reale Förderbedarf liegt inzwischen bei 11, nicht bei 7,2 Prozent. Entsprechend muss die Anzahl der Sonderpädagog*innen erhöht werden, wir können den realen Bedarfen nicht immer Jahre hinterherhinken. Drittens und vorrangig muss den Schulen in Stadtteilen mit einer hohen Armutsgefährdung noch intensiver geholfen werden. Die Entlastungsstunden für diese Schulen sind ein Anfang, reichen aber nicht aus. Es muss darauf hingearbeitet werden, dass an den Grundschulen mit hohen Sozialindikatoren durchgehend in Doppelbesetzung unterrichtet wird. Zudem müssen alle Schulen durch Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter unterstützt werden. An vielen Schulen fehlen aber noch entsprechende Stellen. Zu den anstehenden Haushaltsberatungen werden wir entsprechende Anträge einbringen; die Koalition muss dann Farbe bekennen, wie ernst ihr die Schulqualität in Bremen wirklich ist.“