7. Februar 2018

Entlastung für Schulen transparent und auskömmlich gestalten

Gestern (07. Februar 2018) hat der Senat endlich bekannt gegeben, welche Schulen von den lang angekündigten Entlastungsstunden profitieren werden. 13 Grundschulen sowie vier Oberschulen bekommen ab sofort zusätzliche Stellen zur Unterstützung der Kollegien. An diesen Schulen sind die Arbeitsanforderungen besonders hoch, da aufgrund sozialer Probleme der Familien oder vieler Kinder mit Sprachförderbedarf ein besonders hoher Betreuungsaufwand über den alltäglichen Unterricht hinaus anfällt. Ursprünglich sollten die Schulen nur nach sozialen Kriterien ausgewählt werden, der Faktor Sprachförderung wurde erst nachträglich zur Verteilung der Stellen miteinbezogen. Dadurch sind die drei Oberschulen mit Sozialindex 5 bei der Stellenvergabe nicht berücksichtigt worden.

Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, begrüßt die Maßnahme generell, hat aber erhebliche Zweifel an der Verteilung der Mittel: „Grundsätzlich sind diese Entlastungsstunden ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Arbeitssituation an Schulen in sozialen Brennpunkten. Wir haben diese Maßnahme lange gefordert. Allerdings halte ich es für hochproblematisch, dass der Senat bei der Verteilung der Stellen nun nicht alle Schulen mit hohem Sozialindex berücksichtigt hat. Natürlich müssen auch die Schulen eine Entlastung bekommen, die wegen hoher Zuwanderung und intensiver Sprachförderung zusätzliche Arbeit leisten müssen. Für diese Schulen hätten aber zusätzliche Stellen eingerichtet werden müssen, statt Schulen mit dem höchsten Sozialindikator leer ausgehen zu lassen Wir erwarten, dass der Senat sofort nachsteuert und ganz konkret die drei Oberschulen mit Sozialindex 5, für die der Senat bisher keine Entlastungen vorgesehen hat, mit weiteren Stellen ausstattet."

Für Vogt ist das neue Auswahlkriterium ‚Sprachförderung' darüber hinaus intransparent: „Der Sprachförderbedarf ist bereits Bestandteil des Sozialindex. Nun wird er völlig undurchsichtig doppelt berücksichtigt. Wie sollen Schulen nun nachvollziehen, warum die Nachbarschule von Entlastungen profitiert während die eigene leer ausgeht? Dies führt zu Unmut unter den Schulen, davon konnte ich mich heute selber überzeugen. Eine Zuteilung nach Sozialindikatoren wäre daher für alle verständlich. Wenn man – wie ich finde, zu Recht – davon ausgeht, dass mehr Schulen, als die neun Schulen mit Sozialindikator 5 Entlastung brauchen, muss man ‚Butter bei die Fische geben' und alle Schulen mit dem Sozialindikator 4 berücksichtigen."