8. Februar 2018

LINKE fordert deutlich mehr Flexibilität bei der Lehrkräftegewinnung

Zahlreiche Berichte haben es in den letzten Tagen deutlich gemacht: Bremen hat ein Personalproblem an den Schulen. Einige Stellen sind gar nicht besetzt, vor allem wird aber immer mehr Unterricht von Personen erteilt, die über keine herkömmliche Lehramtsausbildung verfügen oder diese noch nicht abgeschlossen haben.

Kristina Vogt, Vorsitzende und bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE in der Bremischen Bürgerschaft, kommentiert die angespannte Situation: „Angesichts des Personalmangels an den Schulen müssen schnell kreative Lösungen zur Personalgewinnung gefunden werden. Vor allem müssen die Wege an die Schulen für Menschen ohne Lehramtsstudium erleichtert werden. Die Vorschriften zum so genannten Seiteneinstieg sind aber bürokratische Monster, die immer wieder verhindern, dass motivierte Personen in Bremen arbeiten können. Diese wandern dann nach Niedersachsen ab, wo sie gerne in den Schuldienst aufgenommen werden. Außerdem sollten auch gezielt aus dem Ausland zugewanderte Lehrkräfte angesprochen werden. Aber die Verordnung zur Anerkennung ihrer Berufsabschlüsse liegt seit Monaten beim Senat intern auf Eis. Schnelles Handeln geht anders.“

Vogt hält es angesichts der Personalengpässe an den Schulen für unvermeidbar, dass auch Studierende während ihres Masterstudiums an den Schulen eingesetzt werden: „Es ist bedauerlich, dass die Universität Bremen sich dermaßen gegen den Einsatz von Studierenden an den Schulen wendet. Denn darin läge auch die Chance, dass Studierende einen realistischen Einblick in die schulische Praxis bekommen. Man könnte dies von Seiten der Uni stützen, die Studierende an den Schulen mit Seminaren begleiten und ihnen dann diese Praxisphasen für das Studium anerkennen. Stattdessen gibt es eine Blockadehaltung, die nicht hilfreich ist.“